Aprikosen

Der Frostspanner - ein gefürchteter Zeitgenosse



Der Frostspanner zählt zu den gefürchtetsten Schädlingen an Obstbäumen. Leider macht die Schmetterlingsart auch vor Aprikosenbäumen nicht halt. Blätter und Früchte werden angefressen und weisen Löcher auf. Zudem webt der Frostspanner Blätter und Blüten zusammen.



Wer den Feind kennt, ist klar im Vorteil



Die Schmetterlinge legen ihre Eier in den Spalten der Baumrinde zum Überwintern ab. Wenn die Frühjahrssonne die ersten Knospen zum Wachstum anregt, gibt es kein Halten mehr: Die Raupen schlüpfen und fallen auf der Stelle über alles Fressbare her. Da es sich um Allesfresser handelt, ist mit "alles" auch tatsächlich "alles" gemeint. Knospen, Blätter, Früchte - nichts ist vor ihnen sicher. Die gefräßigen Tiere können innerhalb kürzester Zeit einen regelrechten Kahlschlag hinlegen. Diese Fress-Orgie endet etwa Ende Juni. Mit vollem Bauch seilen sie sich auf den Boden ab und beginnen mit dem Prozess der Verpuppung. Die nächste Generation steht somit rechtzeitig parat.



Männliche Frostspanner unterscheiden sich erheblich von den Weibchen: Die männlichen Tiere haben graugelbe bis rötliche Flügel und erinnern ein wenig an Motten. Die Weibchen haben mit Fliegen und Flügeln nichts am Hut, sie bewegen sich mit ihren sechs Beinen laufend vorwärts.   


Wie kann man dem Schädling vorbeugen?


Leimringe

Da das Weibchen per pedes den Baumstamm erklimmt, um in der Krone ihre Eier abzulegen, ist es sinnvoll, diese Wanderung zu unterbinden. Leimringe zählen zu den effektivsten Methoden, den Schädling abzuwehren. Die Ringe sind ungiftig und bestehen aus Papier beziehungsweise Kunststoff. Sie sind mit einer klebenden Substanz versehen und in der Breite messen sie etwa 8 bis 10 Zentimeter. Werden die Leimringe im September so angebracht, dass die Tiere nicht durch eine Lücke unter dem Ring durch kriechen können, dürfte sich das Problem mit dem Frostspanner in der nächsten Ernteperiode erledigt haben. Übrigens muss immer an die benachbarten Pflanzen gedacht werden. Die weiblichen Frostspanner möchten ihr Ziel erreichen - und wenn es über Umwege geschieht! Auch abfallendes Laub, das sich auf dem Klebestreifen verfängt, wird gerne als "Sprungbrett" in Richtung Baumkrone genutzt. Der ambitionierte Gärtner tut also gut daran, die Ringe täglich einer Prüfung zu unterziehen. Spätestens im Februar können die Ringe von dem Aprikosenbaum entfernt werden, denn dann ist die Gefahr gebannt. Leimringe sind im gut sortierten Fachhandel erhältlich und je nach Stärke des Befalls ist es vielleicht notwendig, sie zwischendurch zu erneuern.


Nistkästen


Für den Nachwuchs der Singvögel sind die Raupen der Frostspanner ein kulinarisches Highlight. Wer also einen Nistkasten in seinem Garten anbringen mag, hat mit biologisch einwandfreien Mitteln das Problem bekämpft. Damit die Vögel den Nistkasten akzeptieren, sollte er etwas regen- und windgeschützt aufgehangen werden.


Bacillus thuringiensis


Die Gefräßigkeit der Raupen hat auch Vorteile - nämlich wenn das natürliche Bakterium " Bacillus thuringiensis" eingesetzt werden soll. Es ist für Menschen, Haustiere und Pflanzen vollkommen unschädlich, doch die Raupen vertragen es nicht sonderlich gut - sie sterben nach der Aufnahme ab.


Natürliche Feinde

Schlupfwespen sind im Kampf gegen Frostspanner effektiver als jedes chemische Mittelchen. Ihren langen Stachel nutzt das Insekt dazu, ihre eigenen Eier in das "Nest" der Frostspanner-Weibchen zu platzieren. Nach wenigen Tagen schlüpft eine Schlupfwespen-Larve, anstatt einer Allesfresser-Raupe. Schlupfwespen können in nahezu jedem Gartenmarkt gekauft werden. Haben sie sich einmal angesiedelt, sorgen sie selbst für ihre Vermehrung.


Wer genug Platz und die Möglichkeit hat, kann mit Federvieh dem Frostspanner zu Leibe rücken. Hühner mögen nämlich die Kokons und sie sind sich nicht zu schade, ein krabbelndes Weibchen vom Baum zu picken. Nützliche Insekten machen ebenfalls gerne Jagd auf die allesfressenden Frostspanner. Wer also ein Spinnentier auf seinem Aprikosenbaum erblickt, sollte nicht kreischend das Weite suchen, sondern sich eher darüber freuen, dass es wieder einen Frostspanner weniger gibt.

 

Fazit


Es ist absolut unnötig, mit der chemischen Keule auf den Frostspanner loszugehen. Wer seinen Aprikosenbaum ein wenig beobachtet und sich mit den Lebenszyklen der Schädlinge beschäftigt, der dürfte sich über prächtige Aprikosen freuen.

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